1. Stand der Aussaat                                              
Die Zuckerrübenanbaufläche in unserem Verbandsgebiet wird in diesem Jahr vorrausichtlich um ca. 10 % ausgedehnt. Wo die Böden schon ausreichend abgetrocknet waren, wurde das gute Wetter vor Ostern für die Aussaat genutzt. Der anschließende Kälteeinbruch in Verbindung mit Schnee- und Regenfällen hat jedoch zu einer Zwangspause bei der Bestellung geführt. Im Schnitt des Einzugsgebietes sind aktuell ca. 60 % der Rübenflächen bestellt. Früh gesäte Bestände sind bereits aufgelaufen.
Wenig Erfreuliches wird aus Frankreich berichtet, wo bis zu 10 % der Anbaufläche umbruchgefährdet sind. Auch im Südwesten Deutschlands müssen rund 1.500 ha neu ausgesät werden.

2. Rübenbezahlung Kampagne 2020
Im Rahmen einer online Sitzung haben sich Verband und Pfeifer & Langen auf die Rübenbezahlung für die Kampagne 2020 geeinigt. Durch die frühzeitige Zusage von Pfeifer & Langen, dass für die Ernte 2020 Zuckerverkaufserlöse von mindestens 400 €/t zu Grunde gelegt werden, standen die Rahmenbedingungen bereits im Vorfeld fest. Der Basispreis im Chancenmodell liegt mit 20,74 €/t fast 1,30 €/t über dem letzten Jahr. Im Sicherheitsmodell notiert der Basispreis gut 0,60 €/t höher und der Preis für die Ü3 Rüben konnte mit 12,50 €/t stabil gehalten werden. Nach Zulage aller Boni, Prämien und der Schnitzelvergütung ergibt sich, nach Abzug der Transportkostenbeteiligung und des Verbandsbeitrages, im Chancenmodell ein Auszahlungspreis von 29,74 €/t und im Sicherheitsmodell von 28,43 €/t. Neu hinzugekommen ist der einjährige Zusatzvertrag, den alle Anbauer zeichnen konnten. Durch den Zusatzbonus von 3,50 €/t erzielen die Rüben in diesem Vertrag mit 31,45 €/t den höchsten Preis. Unter Berücksichtigung der Überrübenmengen hat der Durchschnittslandwirt in der Kampagne 2020 einen Preis von 29,12 €/t (netto) erzielt und damit gut 2 €/t mehr als im letzten Jahr. Bei einem Durchschnittsertrag von 85,2 t/ha ergibt sich eine Marktleistung von 2.481 €/ha. Im letzten Jahr wurden durchschnittlich 2.134 €/ha erzielt.
Die Endabrechnung für die abgelaufene Kampagne wird Ihnen im Laufe der nächsten Woche zugestellt. Bei Fragen oder Unklarheiten dazu können Sie sich gerne an den Verband wenden.

3. Bestrebungen des Verbandes
Der Verband strebt für die Zukunft eine Vereinfachung der Vertragsmodelle an, damit die Abrechnungen von den Anbauern leichter nachzuvollziehen sind. Außerdem soll die Finanzierung der Mietenabdeckung neu geregelt werden. Die Kosten für die Mietenabdeckung werden zu über 50 % aus dem Frostfonds bezahlt, der zu gleichen Teilen von Anbauern und Pfeifer & Langen finanziert wird. Der Verband setzt sich hier für eine Neureglung ein und wünscht sich eine stärkere Beteiligung von Pfeifer & Langen an den Abdeckkosten. Des Weiteren muss die Höhe der Früh- und Spätlieferprämien neu verhandelt werden. Letztere spielen insbesondere vor dem Hintergrund immer länger werdenden Kampagnen eine entscheidende Rolle für die Anbauer.

4. Zuckermarkt
Der Kurs für Weißzucker Nr. 5 ist nach seinem Hoch im Februar zurückgegangen und notiert aktuell bei rund 365 €/t. Positiv hat sich dagegen der Verkaufspreis in der EU entwickelt, der jedoch zeitverzögert veröffentlicht wird. Für den Monat Januar wurden hier 388 €/t gemeldet und damit 9 €/t mehr als im Dezember.

5. Sonstiges
In diesem Jahr gibt es einen Blattlaus-Warnhinweis per SMS für den Sie sich unter www.liz-online.de registrieren können.
Die Nachhaltigkeitserklärung kann dieses Jahr erstmals direkt im Rübenportal ausgefüllt werden. Zu dem Thema erhalten Sie in Kürze eine genaue Info mit Anleitung von Pfeifer & Langen.
Denken Sie bitte auch an Ihre Schlagerfassung im Rübenportal. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich an den Verband oder an Ihren Ansprechpartner in der Zuckerfabrik.